27.04.2026
Andrea Schmutz – Mit Leidenschaft, Erfahrung und klarer Haltung an der Bande
Andrea Schmutz – Mit Leidenschaft, Erfahrung und klarer Haltung an der Bande
Andrea Schmutz ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von UH BEO. 2010 stiess sie zum Verein und spielte bis 2016 in der ersten Mannschaft. Direkt im Anschluss übernahm sie in der Saison 2016/17 ihre erste Rolle an der Seitenlinie als Assistenztrainerin des damaligen NLB-Teams.
Nach dem Aufstieg in die NLA entschied sie sich, den Verein vorübergehend zu verlassen und sammelte beim Team Aarau in der 1. Liga weitere wertvolle Coaching-Erfahrungen. Der Weg zurück zu UH BEO führte sie schliesslich über die U21 – diesmal als Headcoach.
Heute ist Andrea Schmutz Assistenztrainerin der U17A und arbeitet damit mit dem jüngsten Leistungsteam des Vereins. In dieser Rolle begleitet sie Spielerinnen in einer entscheidenden Phase ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung.
Ihre Trainerkarriere begann jedoch schon deutlich früher: Bereits von 2003 bis 2005 leitete sie erste Trainings in ihrem Stammverein. Später war sie über viele Jahre hinweg als Torhütertrainerin in verschiedenen Vereinen tätig – unter anderem bei United Utzigen Worblental, in Thun, bei den Burgdorf Wizards sowie während eines Engagements in Schweden bei IFK Kumla.
Ein besonderes Kapitel in ihrer Laufbahn ist ihre Tätigkeit bei der australischen Nationalmannschaft. Was als Rolle als Torhütertrainerin begann, entwickelte sich schnell weiter: Bereits bei der Weltmeisterschaft stand sie als Assistenztrainerin an der Bande. Insgesamt acht Jahre lang war sie Teil dieses internationalen Projekts.
Für Andrea bedeutet Coaching weit mehr als sportlicher Erfolg:
„Ich stehe unglaublich gerne mit meinem Team in der Halle und versuche, aus allen Spielerinnen und dem Team das Beste herauszuholen. Gerade im Juniorinnenbereich geht es nicht nur um Leistung, sondern auch um die persönliche Entwicklung.“
Ihre Erfahrungen im Leistungssport und auf internationaler Ebene prägen auch ihren Führungsstil – sowohl im Sport als auch im Berufsleben.
Gleichzeitig spricht sie offen über Herausforderungen:
Noch immer sei es keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen als Trainerinnen wahrgenommen und akzeptiert werden. Anerkennung bleibe teilweise aus, und gerade auf internationaler Ebene habe sie oft erlebt, wie wenig präsent Frauen in solchen Rollen sind.
Umso wichtiger ist ihr die Vorbildfunktion:
„Ich möchte, dass junge Spielerinnen sehen, dass es normal ist, dass eine Frau an der Bande steht, Trainings leitet und taktische Verantwortung übernimmt.“
Die Initiative Swiss Unihockey #frauenpowerplay sieht sie als wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Der Austausch und die Vernetzung unter Frauen im Unihockey seien zentral, um langfristig mehr Sichtbarkeit und Chancen zu schaffen.
Auch innerhalb von UH BEO sieht sie noch Potenzial:
Als einer der grössten Frauenvereine der Schweiz müsse es das Ziel sein, Frauen nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in Trainer- und Führungspositionen stärker zu vertreten – damit die nächste Generation echte Perspektiven hat.
Bilder: Alain Maradan